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Vielen Dank für Ihr Interesse. Mit Hilfe der Pachymetrie kann der Augenarzt feststellen, ob der gemessene Augeninnendruck im individuellen Fall als normal oder als erhöht zu bewerten ist. Damit wird die Genauigkeit der Diagnostik des Glaukoms ("Grüner Star") erheblich verbessert. Zweifelsfälle werden seltener, und Grenzfälle können oft geklärt werden. Außerdem liest der Augenarzt aus dem Ergebnis der Pachymetrie das individuelle Glaukom-Progressionsrisiko ab, d.h. das Risiko, ob ein Glaukom voraussichtlich entstehen und/oder fortschreiten wird.

Die Pachymetrie ist ein Messverfahren, das bei der Diagnostik des Glaukoms seit etwa 2003 eine wichtige Rolle spielt. Wie Sie sicherlich wissen, wird für die Feststellung des Glaukoms unter anderem der Augeninnendruck gemessen. Alle diesbezüglichen Messverfahren beruhen darauf, dass in der Mitte des Auges, an der Hornhaut, ein Messgerät angesetzt wird. Schon seit über 50 Jahren weiß man, dass die Dicke der Hornhaut einen Einfluss auf die Messung und Beurteilung des Augeninnendruckes hat. 

In den letzten Jahren sind wichtige Forschungsarbeiten zu diesem Thema veröffentlicht worden. In Studien, welche an einer ausreichend großen Zahl von Patienten erfolgten, wurde dabei festgestellt, dass ein bedeutender Zusammenhang besteht zwischen der Hornhautdicke und dem Risiko, eine Verschlimmerung des Glaukoms (des Grünen Stars) zu erleiden. Neuerdings weiß man, dass ein Mensch mit besonders dicker Hornhaut ein vergleichsweise geringes Risiko für eine Verschlimmerung des Glaukoms trägt, während bei Patienten mit ungewöhnlich dünner Hornhaut ein ausgesprochen erhöhtes Risiko vorliegt, dass sich ein Glaukom verschlimmert. Mit Hilfe der Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie) können also Patienten mit hohem Risiko erkannt werden, bevor ein Schaden am Auge entstanden ist. Eine dünne Hornhaut ist offenbar ein eigener Risikofaktor für Glaukom. Bitte verstehen Sie richtig: Risiko bedeutet hier "Häufigkeit des Auftretens in der Bevölkerung" und nicht etwa "Schweregrad des Verlaufs". Höheres Risiko bedeutet also "tritt häufiger auf", geringeres Risiko bedeutet "tritt seltener auf".

Die Messung der Hornhautdicke gibt uns wichtige zusätzliche Informationen bei der Diagnostik des Glaukoms. In allen Zweifelsfällen, wenn nicht sicher ist, ob ein erhöhter Augeninnendruck als krankhaft zu bewerten ist bzw. ein Glaukom vorliegt, und bei allen Patienten, bei denen ein Glaukom festgestellt wurde, leistet die Pachymetrie einen wichtigen Beitrag zur richtigen Behandlung. Diese Erkenntnis ist relativ neu, aber unter Glaukomspezialisten allgemein anerkannt. Aus diesem Grunde steht auch in unserer Praxis die Pachymetrie zur Verfügung.

Anfang 2005 hat die European Glaucoma Society die Pachymetrie in die Behandlungsleitlinien aufgenommen. Seitdem ist die Pachymetrie Facharztstandard. Ebenfalls seit etwa dieser Zeit wird wird eine mulifaktorielle Analyse zur Bestimmung des individuellen Glaukom-Progressionsrisikos angewendet (S.T.A.R.). Diese Analyse steht Augenärzten weltweit, so auch in unserer Praxis, zur Verfügung. In die Analyse gehen neben den Pachymetrie-Ergebnissen auch Daten wie Alter, Augeninnendruck, Ergebnisse der Gesichtsfelduntersuchung und Daten aus der Beurteilung der Papille ein (siehe dazu die Seite Foto-Verlaufskontrolle). Diese Analyse ermöglicht eine recht genaue Vorhersage des 5-Jahres-Glaukom-Risikos für den individuellen Patienten mit leicht erhöhtem Augeninnendruck. Zum besseren Verständnis: Auch hier gilt, das Ergebnis "niedriges" oder "hohes" Risiko gibt wiederum einen Hinweis auf die erwartete Häufigkeit in der Bevölkerung, nicht etwa auf den Schweregrad. 

Die Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie) erfolgt in der augenärztlichen Praxis im allgemeinen mit einem optischen Gerät oder mit einem Ultraschallgerät. Die optischen Geräte haben den Vorteil der berührungslosen Messung und der höheren Genauigkeit. Für die Messung mit einem optischen Gerät - wie in unserer Praxis - legt der Patient sein Kinn auf eine Kinnstütze und blickt entspannt auf einen roten Lichtfleck. Die Messung erfolgt binnen Sekunden. Ein Risiko ist mit der optischen Pachymetrie selbstverständlich nicht verbunden.

Das Messergebnis hat Einfluss auf die Beurteilung der Augeninnendruckwerte. So wird der Augenarzt beispielsweise bei einem Patienten mit besonders dünner Hornhaut eventuell vorliegende grenzwertig erhöhte Augeninnendruckwerte sehr viel ernster beurteilen müssen als beispielsweise bei einem Patienten mit aussergewöhnlich dicker Hornhaut.

Ob und inwieweit eine Pachymetrie auch bei Ihnen zu einer qualitativen Verbesserung der Diagnostik beitragen kann, hängt von vielen Faktoren ab, die Sie am besten mit Ihrem Augenarzt besprechen.

Die Pachymetrie, die zur Erhöhung der Sicherheit und Genauigkeit mit dem optischen Verfahren durchgeführt wird, ist keine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Sie steht jedoch auch Kassenpatienten als sogenannte IGeL (individuelle Gesundheitsleistung) zur Verfügung, für die sie eine nach der Gebührenordnung GOÄ berechnete Zuzahlung leisten.

Allgemeiner Hinweis zu den IGeL (Individuellen Gesundheitsleistungen):
Diese Leistungen werden nach der GOÄ berechnet. Die GOÄ ist die vom Staat per Verordnung festgelegte "Gebührenordnung für Ärzte", welche die Interessen und die besondere Lage der Patienten berücksichtigt.

Aktualisiert:28.3.2017

 
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